Augenschmerzen und Kopfschmerzen

Augenärzte hören häufig Krankengeschichten, die sie stark verwundern. Manche Patientinnen oder Patienten klagen über Kopfschmerzen, die sie schon seit einem halben Jahr oder länger plagen: verschiedene Ärzte hätten bereits unterschiedlichste Untersuchungen durchgeführt - ohne konkrete Diagnose und Behandlungserfolg. Irgendwann kommen die Leidenden oft selbst auf die Idee, dass die Kopfschmerzen mit einer Erkrankung der Augen zusammenhängen könnten. Nicht selten legen sie ihren Augenärzten eine hausärztliche Überweisung vor, die genau diesen Verdacht beschreibt.

 

Seit längerem ist bekannt, dass zwischen quälenden Kopfschmerzen und einem vorhandenen Augenleiden ein Zusammenhang bestehen kann. Im Fachjargon werden die Auswirkungen als symptomatische Kopfschmerzen bezeichnet. Ausgesprochen selten kommt es jedoch zu Kopfschmerzen, die durch die Augen verursacht sind, wenn sich keine weiteren deutlich sichtbaren Symptome an den Augen zeigen.

 

In der Literatur und abhängig vom Fachgebiet werden durch Augenprobleme verursachte Kopfschmerzen eher selten angenommen. So schätzen Neurologen die Wahrscheinlichkeit dieses Zusammenhangs mit weniger als 1% ein. Für ORL-Spezialisten erhöht sich die Möglichkeit eines Zusammenhangs auf 2-4%, und in der für Internisten vorgesehenen Literatur sieht man hier eine Wahrscheinlichkeit von etwa 3-10%.

 

Möglicherweise sind unterschiedliche Interpretationen durch die Fachgebiete bereits der Grund für die starken Schwankungen bei der Beurteilung des Zusammenhangs zwischen Kopfschmerzen und Augenleiden. Unterstellt man beispielsweise, dass die Differenz der Pupillen ein Problem ist, dem Augenärzte eine spezielle Bedeutung beimessen, so kann von einer erhöhten Häufigkeit ausgegangen werden. Würde man die Augenoptiker/Optometristen befragen, so bestünde zu etwa 35% ein Zusammenhang zwischen Kopfschmerzen und einer bei dem Betroffenen vorhandenen Augenerkrankung.

 

Aber selbst unter Ophthalmologen besteht keine Einigkeit. Je nach Subspezialisierung fällt der angenommene Prozentsatz der Wahrscheinlichkeit höher oder niedriger aus. Häufig können Augenärzte bei der Diagnose von nervraubenden Kopfschmerzen aber bereits einen wichtigen Beitrag leisten. Schliesslich wird das okuläre System in der Regel durch neurologische Grundkrankheiten, Stoffwechselprobleme oder Erkrankungen des Immunsystems in Mitleidenschaft gezogen. Spuren dieser Erkrankungen und Beschwerden, die oftmals zu langwierigen Leiden führen, finden sich häufig in den Augen der Betroffenen. Nach Meinung zahlreicher Neurologen lassen sich Kopfschmerzen zu 90% bereits durch eine gute Anamnese diagnostizieren, weil sie eine Erkrankung im klassischen Sinne darstellen. Ophthalmologen teilen diese Auffassung durchaus.

 

Bei der Bestimmung der möglichen Ursachen von chronischen oder chronisch rezidivierenden Kopfschmerzen kann das detaillierte Führen eines Tagebuchs hilfreich sein. Neben den genau beschriebenen Verläufen der Symptome sollten die Aufzeichnungen unbedingt Angaben zur Ernährung, dem Wetter, zum Schlafverhalten und zu sonstigen Ereignissen enthalten. Ein tatsächliches "Begreifen" des Kopfes, also eine genaue Untersuchung, bleibt jedoch auch beim Führen eines solchen Tagebuchs notwendig. Augenleiden können in diesem Zusammenhang in zwei unterschiedliche Kategorien eingeteilt werden. So verursachen manche Augenschmerzen ihrerseits Kopfschmerzen während umgekehrt auch Kopfschmerzen zu Augenleiden führen können.

 

Betrachten wir zunächst die Augenleiden.

 

 

Akutes Glaukom

Diese selten auftretende Augenerkrankung kommt bei Patientinnen und Patienten vor, bei denen der Kammerwinkel eher eng ist. Da die Erkrankung im schlimmsten Fall zur Erblindung führen kann, ist das frühzeitige Erkennen von entscheidender Wichtigkeit. Die Symptome eines akuten Glaukoms sind vielfältig. Neben einer Rotfärbung des Auges (Congestion der Gefässe in der Bindehaut) ist die Hornhaut aufgrund des hohen Drucks oft eingetrübt (Hornhautödem). Die Sicht mit diesem Auge ist sehr schlecht, da die Pupille wegen der Erkrankung in den meisten Fällen starr und häufig mittelweit ist. Dieses Augenleiden führt in der Regel zu zahlreichen Allgemeinsymptomen. Ein oftmals vom vorderen Kopfbereich nach hinten ziehender Schmerz und Übelkeit kommen beispielsweise vor. Manchmal führt die Erkrankung auch zu allgemeinem Unwohlsein und zum Erbrechen, das teils im Schwall erfolgt.

 

Insgesamt kommt ein akutes Glaukom sehr selten vor. Verschwindend gering ist die Anzahl der Fälle, in denen die Erkrankung in beiden Augen gleichzeitig auftritt. Wesentlich häufiger leiden Patientinnen und Patienten am chronischen Offenwinkelglaukom (Glaucoma chronicum simplex). Diese Erkrankung ist besonders schwer zu erkennen, da sie keine Symptome verursacht. Oft wird sie weder von Kopf- noch von Augenschmerzen begleitet. Der mit dieser Erkrankung einhergehende erhöhte Augendruck bleibt vom Betroffenen zunächst unbemerkt, da er keine akuten Schmerzen verursacht. Erst die unheilbare Zerstörung von mehr als 50% der Nervenfasern im Auge führt zu Sehstörungen.

 

 

Refraktionsfehler (Fehlsichtigkeiten)

Augen- und Kopfschmerzen können durch unkorrigierte Fehlsichtigkeit verursacht werden. Das Vorhandensein einer Kurzsichtigkeit (Myopie), Weitsichtigkeit (Hyperopie) oder Altersweitsichtigkeit (Presbyopie) kann die Ursache sein, auch eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus). Das Schielen (Winkelfehlsichtigkeiten, Phorien, Strabismus) sowie Ungleichsichtigkeiten zwischen dem rechten und linken Auge (Aniseikonie) führen zu Augen- und Kopfschmerzen. Auch eine falsch korrigierte Brille oder Kontaktlinse kann Augen- und Kopfschmerzen verursachen.

 

Müde Augen am Abend sind oft darin begründet, dass die Hyperopen den ganzen Tag lang für ein scharfes Sehen akkommodieren müssen. Häufig führt dies bei Anstrengungen oder starker Konzentration zu Kopfschmerzen oberhalb der Stirn oder im Bereich über dem Nasenbein. Selbst Kinder neigen bei starken Refraktionsfehlern zu Kopfschmerzen. Erwachsene mit diesen Krankheitsbildern leiden häufig aufgrund längerer Bildschirmarbeit. Besonders bei Astigmatikern (Patienten mit Hornhautverkrümmung) führt die Arbeit am Computer oft zu Kopfschmerzen. Diese Patientinnen und Patienten berichten häufig, dass sie morgens deutlich besser sehen können als am Abend, und dass sie das Gefühl haben, sich am Bildschirm zu verkrampfen. Besonders leiden diejenigen Patientinnen und Patienten, bei denen eine schräge Achsenlage des Astigmatismus vorhanden ist. Unterschiedlich starke Brechungsfehler (Anisometropie) führen ebenso oft zu Kopfschmerzen. Diese treten nicht selten nur an einer Seite des Kopfes auf.

 

 

Winkelfehlsichtigkeit (Schielen)  

Das Auge in seiner Gesamtheit und auch seine Ruhelage können von der "Achsenlage" abhängen. Wenn sie sich im Ruhemodus befinden, stehen die menschlichen Augen in einem leichten Winkel nach aussen. So können sie im normalen Wachzustand einen Grundtonus einnehmen.

 

Dass unsere Augen einen Gegenstand gleichzeitig und gleichmässig fixieren können, verdanken wir dem stark dominanten, bifoveolaren Reflex. Durch ihn erfolgt eine von beiden Augen durchgeführte Aufnahme der Fixation eines Objekts. Allerdings können nur etwa 35% aller Patientinnen und Patienten diese Funktion, also das Zusammenspiel beider Augen, perfekt ausführen. Von Strabismus spricht man selbst dann, wenn die gleichzeitige Fixationsaufnahme nicht möglich, aber die störende Winkelabweichung nicht als Schielen sichtbar ist. Dem Betroffenen bereitet diese Problematik selbst dann keine Kopfschmerzen, wenn ein sekundärer Strabismus vorliegt - wie beispielsweise eine Abduzensparese entzündlicher oder vaskulärer Genese. Im Gegensatz hierzu können Heterophorien, also latente Abweichungen, je nach Aufgabenstellung zu unterschiedlichen Beschwerdebildern führen und den Körper unter anderem mit Kopfschmerzen belasten. Diese ähneln häufig den klassischen Spannungskopfschmerzen. Beschwerden dieser Art zeigen sich typischerweise nach Arbeiten, die ein hohes Mass an Konzentration erfordern. Sie treten am Abend stärker auf als am Morgen.

 

In Abhängigkeit von ihrer Ausbildung führen Mediziner die Untersuchungen unterschiedlich durch. Und entsprechend vielfältige Therapiemodelle bieten sie anschliessend an. So kann eine an die Bedürfnisse der Patientin oder des Patienten angepasste Brille grundsätzlich zur vollständigen Beseitigung der Beschwerden führen. Lediglich in Fällen, in denen eine vegetative Dystonie oder ähnliche Funktionsstörungen festgestellt werden, findet nur eine Reduktion der Leiden statt. Von einer vollständigen Heilung kann hier nicht ausgegangen werden. Leider muss man feststellen, dass nicht bei wenigen Betroffenen eine vegetative Dystonie oder eine ähnliche Funktionsstörung vorliegt.

 

 

Entzündliche Erkrankungen der Augen

Leiden, die mit einer Entzündung der Augen einhergehen, sind im Gegensatz zu den oben beschriebenen Krankheitsbildern häufig unmittelbar zu erkennen. Eine gewöhnliche Entzündung der Bindehaut verursacht in der Regel jedoch keine Kopfschmerzen. Im Gegensatz hierzu kann eine Hornhautentzündung (Keratitis) oder eine oberflächliche Verletzung der mit besonders vielen Nervenfasern versorgten Hornhaut (Erosio) zu Schmerzen bis in den hinteren Bereich des Kopfes führen. Hin und wieder strahlen diese Schmerzen sogar bis ins Zahnfleisch. Auch hier kann die umgekehrte Verursachung von Schmerzen auftreten, wenn Zahnschmerzen zum Beispiel mit Augenschmerzen einhergehen.

 

Mit Rheuma in Zusammenhang stehende Erkrankungen sorgen häufig für Kopfschmerzen. Eine Entzündung der Regenbogenhaut (Iritis) verursacht nahezu immer unangenehme Kopfschmerzen. Diese werden in der Regel begleitet von einer Photophobie (Lichtempfindlichkeit) sowie von einem dumpfen Gefühl in der Orbita. Darüber hinaus kommt es dabei ausgesprochen häufig zu einer verengten Pupille und einem verwaschenen Aspekt der Iris.

 

Zu den eher selten auftretenden Augenerkrankungen zählt die Entzündung der Lederhaut (Skleritiden). Sie ist ursächlich für enorm schmerzhafte Beschwerden im Auge, die in der Regel bis in den Kopf ausstrahlen. Ähnliche Schmerzsymptome sind festzustellen bei der Entzündung des Sehnervs oder des umliegenden Gewebes (Retrobulbärneuritiden). Da sich jedes Gewebe in der Orbita aufgrund einer Entzündung verändern kann, verwendet man im englischen Sprachgebrauch hierfür den Begriff Cellulitis. Muskelentzündungen und Bewegungsschmerzen in den Augen können auch durch grippeartige Infekte ausgelöst werden.

 

 

Vom Kopf in das Auge

Dass zu Kopfschmerzen symptomatisch Augenleiden hinzukommen, ist weit häufiger festzustellen als die umgekehrte Folge, in der eine Beeinträchtigung der Augen sich auf den Kopf auswirkt. So kann eine beginnende Migräne an einer im Auge erkennbaren Aura festgestellt werden. Selbst Allgemeinerkrankungen wie die Wegener Granulomatose oder eine Autoimmunerkrankung wie der systemische Lupus erythematodes (SLE) können Schmerzen im Auge verursachen.

 

Entzündungen im Kopfbereich, wie zum Beispiel eine Hirnhautentzündung, zeigen sich regelmässig durch schmerzhafte Symptome in den Augen. Begleitet wird die Meningitis hin und wieder sogar durch ein temporäres Schielen des Betroffenen.

 

Von Medizinern gefürchtet ist ein erhöhter Druck innerhalb des Kopfes (Liquorflüssigkeit). Hierdurch kann es nach einer Weile auch zu Sehstörungen kommen. Betroffene Patientinnen und Patienten leiden häufig bereits weit vor der Entstehung dieser verschiedensten Sehstörungen an Symptomen wie schwallartigem Erbrechen. Ein Papillenödem ist in der Regel ein chronisches Geschehen. Ist dieses erkennbar, befürworten Mediziner grundsätzlich eine MRI oder eine CT. Hierdurch kann die Ursache der Drucksteigerung in den meisten Fällen erkannt werden.

 

 

Pseudotumor Cerebri

Gänzlich anders stellt sich die körperliche Reaktion bei Patientinnen und Patienten mit einem Pseudotumor cerebri dar. Auch heute ist die Ursache dieser selten auftretenden Erkrankung nicht bekannt. Sie tritt häufig bei jungen, übergewichtigen Frauen auf und zeigt sich in spannungstypischen, migräneartigen Kopfschmerzen. Begleitet werden diese mitunter von episodischen Sehstörungen bis hin zu kurzfristiger Blindheit. Es sind auch Fälle bekannt, in denen die Betroffenen als Folge eines Pseudotumor cerebri über eine zeitlich begrenzte Wahrnehmung von Doppelbildern oder pulssynchronen Hörstörungen klagten. In nahezu allen Fällen ist ein Papillenödem festzustellen. Im Falle eines Pseudotumor cerebri sprechen sich Mediziner in der Regel auch trotz erhöhten Liquordrucks für eine MRI und eine CT aus.

 

 

Migräne

Zu den primären Kopfschmerzen zählen sämtliche Formen der Migräne. So geben alle Geschehen, die mit flimmerartigen Skotomen und kaleidoskopartigen Blitz- und Leuchtphänomenen in Zusammenhang stehen, einen Hinweis auf dieses Krankheitsbild.

 

Eine spezielle Ausprägung des Cluster-Kopfschmerzes, früher als Erythroprosopalgie bekannt, stellt tatsächlich eine "Augenmigräne" dar. Äusserlich erkennbar ist diese Erkrankung an einer starken Erweiterung der Bindehautgefässe. Diese geht nicht selten mit Schwellungen und Rötungen im Bereich der Schläfen und Lider einher. Weitere Anzeichen sind eine lokale Druckempfindlichkeit sowie eine leichte, fast immer einseitig auftretende Verengung der Pupille. Betroffene reagieren häufig übermässig stark auf Lichtreize. Sie sind entsprechend lichtscheu. Ebenso klagen sie oftmals über eine Druckdolenz in der Orbita und Bewegungsschmerz im Bulbus oculi. Der Cluster-Kopfschmerz (Erythroprosopalgie) ist allerdings diejenige Migräneform, die ausgesprochen selten auftritt.

 

 

Anamnese und Auslöser

Von entscheidender Wichtigkeit für eine korrekte Diagnose ist die genaue Kenntnis der Krankengeschichte. Entsprechende Aufzeichnungen der Patientin oder des Patienten enthalten oftmals entscheidende Hinweise. So lassen sich an den Notizen häufig Gründe für das Auftreten der Erkrankung ermitteln und Situationen erkennen, die zu akuten Schmerzen führen.

 

Kopfschmerzen, die perakut rasend auftreten, lassen in vielen Fällen auf eine Subarachnoidalblutung schliessen. Dagegen deuten Kopfschmerzen, die nur in bestimmten Situationen auftreten oder nur dann, wenn sich der Betroffene in einer stehenden Haltung befindet, typischerweise auf den Status nach einem Trauma hin. Gleichzeitig können sie als leistungs- und stressabhängige Spannungskopfschmerzen oder orthostatische Kopfschmerzen mit intrakranieller Hypotension auftreten.

 

Eine Epilepsie kann zu einer zeitlich begrenzten Bewusstseinstrübung führen und damit einhergehende Sehstörungen verursachen. Sie äussert sich dann auch symptomatisch am Auge des Betroffenen. Besteht der Verdacht auf eine Epilepsie als Ursache eines Augenleidens, muss dieser Vermutung unbedingt durch einen Neurologen nachgegangen werden.

 

Ebenfalls nicht zu vernachlässigen ist die Möglichkeit, dass Augenschmerzen durch Vergiftungen verursacht werden. Dabei ist die Bandbreite der toxischen Gründe vielfältig. Sie reichen von einer Pilzvergiftung bis zum übermässigen Genuss von Alkohol. In diesen Fällen ist die richtige Diagnose oftmals nicht das primäre Problem. Weitaus schwieriger ist die Entscheidung über die optimale Therapie.

 

Bei Patientinnen und Patienten im fortgeschrittenen Alter kann zunehmend davon ausgegangen werden, dass chronische Kopfschmerzen durch die unsachgemässe Einnahme von Medikamenten entstehen. Nicht selten werden primäre Kopfschmerzen durch Medikamente verstärkt. Zu nennen sind hier beispielsweise Präparate wie Immunsuppressiva und Dipyridamol, aber auch Protonenpumpenhemmer oder Nitrate.

 

 

Gefässprobleme

Recht häufig treten sekundäre Kopfschmerzen auf, die von Augenproblemen begleitet werden. Eher zu vernachlässigen sind hier selten auftretende Geschehen wie ein Aneurysma im Gehirn oder eine Karotisdissektion. Häufig stehen hiermit Symptome wie eine verengte Pupille mit herunterhängendem Oberlid oder Schmerzen in der Augenhöhle im Zusammenhang. Manche Patientinnen oder Patienten klagen auch über ein empfundenes Gefässgeräusch oder Kopf- und Gesichtsschmerzen auf der gleichen Seite. Sollte ein solch seltener Fall auftreten, ist eine Hospitalisation dringend angeraten.

 

Ausfälle der Augenmotorik werden oftmals durch den kompletten Hirnstamminsult bei Basilaristhrombose ausgelöst. Dieser hat seine Ursache häufig in Problemen der Arteriae vertebrales. Bei Vorliegen einer einseitigen Okulomotoriusparese kommt es, je nach Befall, zum Schielen oder es werden Doppelbilder wahrgenommen. Bei der hypertensiven Enzephalopathie sind Vasospasmen (enggestellte Arterien) im Hintergrund der Augen erkennbar. Teilweise tritt auch ein Papillen- oder Netzhautödem auf. Als Symptome zeigen sich hier oft Sehstörungen sowie Benommenheit. Auch zu zeitweiser Verwirrtheit kann es kommen. Manche Betroffene werden von Erbrechen oder Kopfschmerzen mit einhergehender Übelkeit geplagt. Mitunter treten auch epileptische Anfälle oder örtliche Ausfälle neurologischer Natur auf.

 

Ausfälle des Gesichtsfelds sind häufig die Folge eines Hirnschlags. Kenntnisse über die zugrunde liegende Erkrankung sind von immenser Bedeutung für eine erfolgreiche Diagnose und Therapie. So können beispielsweise eine Hypertonie, Hypercholesterinämie oder Diabetes ursächlich sein.

 

 

Entzündungen

Hirnentzündungen wie ein Hirnabszess, Encephalitis oder Meningitis sollen hier nicht weiter beschrieben werden. Die Hirngefässe meist älterer Menschen werden oftmals von generalisierten Entzündungsgeschehen erfasst, wobei die genaue Ursache bis heute unbekannt ist. Zahlreiche Krankheitsbilder sind hierfür jedoch spezifisch. Von Müdigkeit begleitete Kopfschmerzen sowie eine gedrückte Grundstimmung oder Muskelschmerzen können beispielsweise in einer Riesenzellarteriitis begründet sein. In diesem Fall schmerzen oftmals die Arterien der Schläfen. Manchmal sind sie prominent oder man kann an ihnen gar keinen Puls fühlen. Die Feststellung einer stark erhöhten Blutsenkungsreaktion muss unbedingt in die Diagnose einbezogen werden.

 

Zur Erhärtung einer Diagnose bei Gefässentzündungen, die oft nur zum Teil Krankheitszeichen im Hirn (ZNS-Manifestationen) auslösen, tragen oftmals weitere Anzeichen und Untersuchungen bei. So führt der Morbus Reiter zum Beispiel nicht nur zu Entzündungen der Regenbogenhaut. Mitunter ist er auch für Entzündungen der Netzhautgefässe verantwortlich. Regelmässig sorgt er für Harnleiter- oder Blasenentzündungen. Bei manchen Betroffenen kommt es auch zu Rückenschmerzen.

 

Im Sinne einer möglichst differenzierten Diagnose sollten auch der besonders unangenehme Morbus Behçet oder die Polymyalgia rheumatica in Betracht gezogen werden. Die letztgenannte Erkrankung sorgt für Schmerzen im Bereich des Beckens oder der Schultern und wird gewöhnlich vom Augenarzt ohne schwierige Diagnose erkannt.

 

 

Zusammenfassung

Für die medizinische Diagnose sollte zunächst unbedingt herausgefunden werden, ob das Leiden der Patientin oder des Patienten primär im Kopf, recht lokal in Augennähe oder im ganzen Körper vorhanden ist. Eine Augenuntersuchung trägt oft entscheidend zu einer richtigen Diagnose bei. Allein aus diesem Grund sollte der Betroffene immer einen Augenarzt aufsuchen oder von seinem Hausarzt eine entsprechende Überweisung erhalten. Der Facharzt der Ophthalmologie sollte sich bei der Untersuchung der Augen jedoch nicht auf eine Irisdiagnostik beschränken.

Wichtige Informationen zum Thema Augenarzt

•Schweizerische ophthalmologische, augenärztliche Gesellschaft - www.sog-sso.ch

•Zürcher ophthalmologische, augenärztliche Gesellschaft - Augenarzt, Augenärzte Zürich ZOG

•Deutscher Verband der Augenärzte DVA - Grösster Verband Augenärzte - www.augeninfo.de

•Deutsche ophthalmologische Gesellschaft DOG Augenärzte - www.dog.org

•Augenoperationen: Klinik Pyramide am See - www.pyramide.ch

•Zürcher Aerzte Gemeinschaft zmed - www.zmed.ch

•Notfall Rufnummer Aerztefon für die ganze Schweiz - www.aerztefon.ch

•Kantonale Aerztegesellschaft Zürich AGZ - www.aerzte-zh.ch

•Interdisziplinäres Aerztenetzwerk Zürich i-netz - www.inet-z.ch

•Verbindung der Schweizer Ärzte FMH (Foederatio Medicorum Helveticorum) - www.fmh.ch

•Bequem online den Augenarzt-Termin buchen: www.augenarztzentrum.ch/agenda

•Augenklinik Universitätsspital, Frauenklinikstrasse 24, Zürich - Notfall - www.augenklinik.usz.ch

Dr. med. Helmut Binder Augenarzt FMH - Augenchirurgie Grauer Star (Katarakt) und Diagnostik

Dr. med. Murat Kus Augenarzt FMH - Augenchirurgie Refraktive Chirurgie (LASIK) und Diagnostik

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