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Keratokonus Kontaktlinsen:
Ihre Alternative zur Operation

Keratokonus Kontaktlinsen sind eine hochwirksame, nicht-invasive Lösung zur Korrektur der durch Hornhautverformung verursachten Fehlsichtigkeit – insbesondere dann, wenn Brillen nicht mehr ausreichen.
 

Auf dieser Seite erfahren Sie, welche Linsenarten es gibt, wie sie funktionieren, wann sie zum Einsatz kommen und worauf es bei Anpassung und Pflege ankommt. Zudem erklären wir, in welchen Fällen andere Behandlungsoptionen wie Crosslinking oder Operation in Betracht gezogen werden – und beantworten die häufigsten Patientenfragen rund um das Leben mit Keratokonuslinsen.

Was ist Keratokonus?

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Keratokonus ist eine fortschreitende, nicht-entzündliche und schmerzlose Erkrankung der Hornhaut, bei der es zu einer zunehmenden Ausdünnung und kegelförmigen Vorwölbung kommt. Diese strukturelle Veränderung beeinträchtigt die Brechkraft der Hornhaut und führt zu einer deutlichen Sehverschlechterung.

Medizinisch wird Keratokonus als Hornhautdystrophie bezeichnet, also ein Fehlwachstum der Hornhaut. Sind alle Schichten betroffen, spricht man von einer progredienten Form. Obwohl die Krankheit schon lange bekannt ist, sind die genauen Ursachen bisher nicht vollständig geklärt. In vielen Fällen scheint eine genetische Veranlagung eine Rolle zu spielen, da die Erkrankung häufiger bei Verwandten auftritt.

  • Die Erkrankung betrifft rund 0,5 % der Bevölkerung

  • Meist tritt sie zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr auf

  • Sie kann ein- oder beidseitig auftreten, oft asymmetrisch

  • Ethnische Herkunft oder Geschlecht haben keinen nachgewiesenen Einfluss

Frühe Keratokonus Symptome und wie sie sich zeigen:

  • Abnahme der Sehschärfe

  • Lichtempfindlichkeit

  • Halos um Lichtquellen

  • Verzerrungen und Nachtsehstörungen

In ersten Stadien lässt sich die durch Keratokonus bedingte Fehlsichtigkeit noch mit Brille oder weichen Linsen korrigieren. Bei fortschreitender Form ist eine Versorgung mit spezialisierten Keratokonus Kontaktlinsen erforderlich.

Mehr über Ursachen und fortgeschrittene Behandlungsverfahren wie Crosslinking erfahren Sie auf unserer Seite zur Keratokonus-Behandlung mit Crosslinking.

Wie wird Keratokonus diagnostiziert und in welchen Stadien eingeteilt?

Die Diagnose von Keratokonus erfolgt durch eine umfassende Untersuchung der Hornhaut, insbesondere mittels Hornhauttopographie und Pachymetrie. Dabei werden Form, Dicke und Brechkraft der Hornhaut präzise analysiert.

Zur besseren Einschätzung des Krankheitsverlaufs wird Keratokonus üblicherweise in vier Stadien eingeteilt:

  • Stadium I–II: Erste Unregelmässigkeiten und Sehverschlechterung – oft noch mit Brille oder weichen Linsen korrigierbar

  • Stadium III: Deutlichere Vorwölbung und Unregelmässigkeiten – Keratokonus-Kontaktlinsen werden notwendig

  • Stadium IV: Narbenbildung und mögliche Risse in der Hornhaut – eine Hornhauttransplantation kann erforderlich sein

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Ein Sonderfall ist der akute Keratokonus, bei dem durch Flüssigkeitseintritt in die Hornhaut eine schmerzhafte Schwellung und ein plötzlicher Sehverlust auftreten. Dies ist die einzige Verlaufsform, die mit Schmerzen verbunden ist.

Da die Ausprägung sehr individuell sein kann, ist eine fachärztliche Beurteilung durch erfahrene Spezialistinnen und Spezialisten unerlässlich, um die geeignete Behandlungsstrategie je nach Stadium festzulegen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Keratokonus?

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Die Wahl der Behandlung bei Keratokonus hängt vom Stadium der Erkrankung sowie von individuellen Faktoren wie Hornhautform, Sehschärfe und Linsenverträglichkeit ab.
 

In frühen Stadien:

  • Brille zur Korrektur leichter Sehfehler

  • Weiche Kontaktlinsen bei beginnender Hornhautverformung
     

Bei fortschreitender Verformung:

  • Formstabile Kontaktlinsen (z. B. rückflächentorische Linsen), die die unregelmässige Hornhaut überbrücken

  • Sklerallinsen bei komplexen Fällen, insbesondere bei starker Unregelmässigkeit oder Unverträglichkeit anderer Linsen – sie gehören zu den wichtigsten Keratokonus-Kontaktlinsen

  • Individuell angepasste Speziallinsen ermöglichen eine präzise und komfortable Sehkorrektur
     

Bei fortgeschrittenem Verlauf:

  • Crosslinking (CXL): zur Stabilisierung der Hornhautstruktur und Verlangsamung des Fortschreitens

  • Keratoplastik (Hornhauttransplantation): bei starker Narbenbildung oder wenn andere Optionen nicht mehr wirksam sind

 

Je früher eine passende Keratokonus-Behandlung erfolgt, desto besser lässt sich das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen und die Sehkraft möglichst lange erhalten.

Warum sind Kontaktlinsen eine effektive Lösung bei Keratokonus?

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Kontaktlinsen ermöglichen bei Keratokonus eine deutlich bessere Sehkorrektur als Brillen, da sie die unregelmässige Hornhautform optisch überbrücken. Dadurch entsteht eine glatte optische Fläche, die das Licht wieder korrekt auf die Netzhaut fokussiert.

Besonders formstabile Kontaktlinsen können bereits in frühen bis mittleren Krankheitsstadien die Sehleistung deutlich verbessern – ohne operative Eingriffe. In komplexeren Fällen kommen individuell angepasste Keratokonus-Kontaktlinsen zum Einsatz.

Wie funktionieren formstabile Kontaktlinsen bei Keratokonus?

Formstabile Kontaktlinsen schwimmen auf einem dünnen Tränenfilm zwischen Linse und Hornhaut. Dieser Tränenfilm gleicht die Unebenheiten der deformierten Hornhaut aus und erzeugt eine glatte, optisch wirksame Fläche.

 

So wird das einfallende Licht wieder in einem Brennpunkt gebündelt – für ein deutlich schärferes Sehen. Im Gegensatz zu weichen Linsen behalten formstabile Linsen ihre Form und ermöglichen eine präzisere Korrektur – auch bei stark irregulären Hornhautoberflächen.

Welche Vorteile bieten formstabile Linsen im Vergleich zur Brille?

  • Präzisere Korrektur: Die Linse erzeugt eine künstliche optische Oberfläche, die Fehlsichtigkeiten wie Astigmatismus und Myopie besser ausgleicht

  • Höhere Sehschärfe: Durch die Glättung der Hornhautverkrümmung entsteht ein klareres Bild

  • Unabhängigkeit von der Hornhautform: Im Gegensatz zur Brille wirkt die Korrektur direkt am Auge

  • Stabilität bei Bewegung: Formstabile Linsen behalten ihre Position auf dem Auge – auch beim Blinzeln

 

Gerade bei Patientinnen und Patienten, deren Sehleistung mit Brille nicht mehr zufriedenstellend ist, stellen formstabile Kontaktlinsen eine entscheidende Verbesserung der Lebensqualität dar.

Wie funktioniert die Anpassung individuell gefertigter Linsen?

Die Kontaktlinsen-Anpassung erfolgt durch eine präzise topographische Vermessung der Hornhaut. Dabei werden Form, Krümmung und Unregelmässigkeiten detailliert erfasst. Auf dieser Grundlage wird eine Linse gefertigt, die exakt auf die individuellen Gegebenheiten abgestimmt ist.

Je nach Bedarf kann die Linse sphärisch, torisch, asymmetrisch oder quadrantenspezifisch geformt sein. Der Anpassprozess umfasst mehrere Kontrolltermine, bei denen Sitz, Sehschärfe und Verträglichkeit sorgfältig überprüft werden.

Nur durch eine fachärztliche Anpassung lässt sich eine optimale Korrektur bei Keratokonus sicherstellen.

Welche Kontaktlinsenarten kommen bei Keratokonus zum Einsatz?

Verschiedene Kontaktlinsenartikel_edited

Formstabile Kontaktlinsen (z. B. FlexCone)

Formstabile Kontaktlinsen gelten als Standardlösung bei Keratokonus, insbesondere in den Stadien I bis III. Sie überbrücken die unregelmässige Hornhaut und schaffen eine gleichmässige optische Fläche. Durch ihre feste Form bleiben sie stabil auf dem Auge und ermöglichen eine sehr präzise Korrektur.

 

Modelle wie FlexCone sind zudem sauerstoffdurchlässig und lassen sich individuell an die Topografie des Auges anpassen – auch bei asymmetrischer Hornhautverformung. Für viele Patienten bieten sie die beste Balance aus Sehschärfe und Langzeitverträglichkeit.

Weiche Kontaktlinsen für Keratokonus (z. B. HydroCone)

Weiche Kontaktlinsen kommen bei Keratokonus seltener zum Einsatz, können aber eine Alternative sein – insbesondere bei Unverträglichkeit gegenüber formstabilen Linsen oder in frühen Stadien.

 

Speziallinsen wie HydroCone sind in der Mitte dicker gestaltet, um die Hornhautverformung optisch auszugleichen. Sie bestehen aus modernen, silikonbasierten Materialien mit hohem Tragekomfort. Dennoch lassen sie meist weniger Sauerstoff durch als formstabile Linsen und sollten idealerweise im Wechsel mit einer Brille getragen werden.

Hybridlinsen – Kombination aus Komfort und Präzision

Hybridlinsen kombinieren einen formstabilen Kern mit einem weichen Aussenbereich. Sie verbinden so die optische Qualität einer formstabilen Linse mit dem Komfort einer weichen Linse.

Typische Hybridlinsen wie Synergeyes oder Duette eignen sich vor allem für Patienten, die mit reinen formstabilen Linsen Schwierigkeiten haben. Sie bieten eine gute Sehkorrektur bei moderatem Keratokonus – in späteren Stadien sind sie jedoch oft nicht ausreichend.

Sklerallinsen und weitere Speziallinsen

Sklerallinsen sind grösser als herkömmliche Kontaktlinsen und ruhen auf der weniger empfindlichen Sklera (Lederhaut) des Auges. Dadurch sind sie besonders stabil und gut verträglich – selbst bei stark irregulärer oder empfindlicher Hornhaut.

Diese Linsenart eignet sich bei fortgeschrittenem Keratokonus, bei dem andere Linsenformen keine ausreichende Sehkorrektur mehr ermöglichen. Weitere Speziallösungen wie Grenzlimbale Linsen, Semisklerallinsen oder Huckepack-Systeme können bei Bedarf individuell angepasst werden.

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Pflege und Handhabung von Keratokonuslinsen

Die richtige Pflege Ihrer Keratokonus-Kontaktlinsen ist entscheidend für Sicherheit, Verträglichkeit und Langlebigkeit. Je nach Linsentyp – ob formstabil, hybrid oder weich – unterscheiden sich die Anforderungen an Reinigung, Desinfektion und die verwendeten Kontaktlinsen-Pflegemittel.

Wichtige Punkte für die tägliche Handhabung:

  • Gründliche Reinigung mit geeigneter Kontaktlinsen-Flüssigkeit

  • Hygienisches Einsetzen und Aufbewahren

  • Verwendung passender Pflegesysteme (z. B. Peroxidsysteme für formstabile Linsen)

Ausführliche Informationen zur Reinigung, Desinfektion und richtigen Aufbewahrung finden Sie auf unserer Seite zur Kontaktlinsenpflege.

Wann sind andere Behandlungsformen wie Crosslinking oder eine Operation notwendig?

Keratokonus-Kontaktlinsen sind in vielen Fällen eine wirksame Lösung zur Sehkorrektur. Doch nicht immer reichen sie allein aus. In bestimmten Situationen sind zusätzliche oder alternative Behandlungsformen notwendig – abhängig vom Stadium der Erkrankung und dem individuellen Verlauf.

Crosslinking (CXL) kommt dann infrage, wenn das Fortschreiten des Keratokonus gestoppt werden soll. Dabei wird die Hornhaut mithilfe von UV-Licht und Riboflavin stabilisiert, um ihre Struktur zu festigen und weiteren Verformungen vorzubeugen.

Ein operativer Eingriff – etwa eine Hornhauttransplantation (Keratoplastik) – ist vorwiegend nur in fortgeschrittenen Stadien erforderlich, zum Beispiel bei starker Hornhautverdünnung, ausgeprägter Narbenbildung oder einer deutlichen Unverträglichkeit gegenüber Kontaktlinsen.

Detaillierte Informationen zum Crosslinking-Verfahren finden Sie auf unserer Seite zur Keratokonus-Behandlung mit Crosslinking.

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